Zum Inhalt springen

Lauritz Bockelmann und Anke Delius gewinnen vor Kiel

Dünn besetztes Hobie 16-Feld erlebt anspruchsvolle Kieler Woche

Quantitativ schwach, qualitativ hochkarätig vertreten war in diesem Jahr das Feld der Hobie 16 auf der Kieler Woche. Nur 14 Teams hatten sich freigenommen, um die viertägige Veranstaltung mitzumachen. Darunter fanden sich dann aber auch alle Teams mit Rang und Namen, um um die begehrte Auszeichnung als Kieler Woche-Gewinner zu segeln.

Nach einem etwas grenzwertigen Start in die Wettfahrtserie mit einem ersten Rennen, das von Gewitter und Winddreher um 150 Grad heimgesucht wurde, gab es an den folgenden Tagen insgesamt 10 Wettfahrten mit teils anspruchsvollen Bedingungen, am 2. Tage auf der Innenbahn "Hotel", der sog. TV-Bahn, und am 3. und 4. Tage jeweils auf der Außenbahn "Charlie", die teils in der Stollergrundrinne liegt, in der es auch in diesem Jahr eine beachtliche Strömung entgegen der Windrichtung mit Kabbelwasser in der Folge gab. Jeweils perfekt ausgelegte Startlinien und Kurse schufen den Rahmen, um spannende Wettfahrten durchzuführen. Dabei trugen sich gleich 5 verschiedene Teams in die Siegerlisten einzelner Wettfahrten ein. Und entsprechend knapp ging es dann am Schluss zu: in der letzten Wettfahrt konnten noch drei Teams gewinnen. Letztlich hatten dann Lauritz Bockelmann und Anke Delius die wenigsten Punkte auf ihrem Konto - verdient, aber auch etwas glücklich: Zunächst waren Detlef Mohr und Karen Wichardt doppelt unglücklich: in der letzten Wettfahrten führten sie bis zur letzten Kreuz, ließen sich von Jens Goritz und Kerstin Wichardt unterwenden, wendeten nicht mit und verloren einen Platz und damit den entscheidenden Punkt gegenüber Lauritz und Anke; das wiederum wäre gar nicht so tragisch gewesen, wären nicht Sabine und ich an zweiter Stelle liegend gekentert, denn dann wären Lauritz und Anke in dem Lauf nicht Vierte, sondern Fünfte geworden, wodurch sie den entscheidenden Punkt gegenüber Detlef und Karen verloren hätten. Und natürlich waren Sabine und ich unglücklich darüber, dass wir kenterten, und zwar vor allem deshalb, weil - mangels "Diclofenac-Vorsorge" (Fehler erkannt = Fehler gebannt) Auslöser der Kenterung erst ein Krampf, dann eine Blockade in der unteren, durch Bandscheibenvorfall lädierten Wirbelsäule war, die bis dahin so tapfer gehalten hatte. Wären wir nicht gekentert, hätten wir Detlef und Karen unterwendet und abhängt, um dann im Gesamtklassement vorn zu sein, oder zumindest unseren 2. Platz im Gesamtklassement gehalten. Aber alles wenn hätte aber ist immer nur Gelaber: schlussendlich gewannen Lauritz und Anke vor Detlef und Karen auf Platz 2 sowie Sabine und mir auf Platz 3. Auf Platz 4 folgte Vorjahressieger Knut Jansen mit seiner frisch angetrauten Inis an der Vorschot jeweils punktgleich mit Jens Goritz und Kerstin Wichardt auf Platz 5 sowie Christian Diederich und Doren Schütt auf Platz 6. Bestes Jugendteam wurden Lasse und Knut Pröpper vor Niels Korschinsky und Julia Otte.

An Land gab es nettes Zusammensitzen in der Hobie-Ecke des Campingplatzes und Schlendern über die Budenmeile vor dem Olympiazentrum sowie natürlich auch einen von Jens und Nina Reimers wie immer herzlich vorbereiteten und lecker durchgeführten Grillabend. Alles in allem waren es wieder 4 Tage auf der Kieler Woche, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen werden. Die Kieler Woche ist halt anders als eine Wochenend-Veranstaltung, und genau das macht ihren Reiz aus. Ich hoffe, dass wir auch im nächsten Jahr eingeladen werden, denn auch in diesem Jahr - diesmal sogar recht deutlich - verfehlten wir die Mindestteilnehmerzahl von 20 Teams. Nicht nur der Vorstand, sondern auch die Seglerinnen und Segler sollten darüber nachdenken, wie wir damit umgehen sollten. Denn nicht mehr zur Kieler Woche eingeladen zu werden, wäre für die Hobie 16-Klasse meiner Meinung nach eine Deklassierung, die weh tun würde, denn gerade in dem Teil der Kieler Woche, in dem die internationale Bootsklassen starten, sind viele Jugendliche am Start, denen gegenüber wir unsere Hobiefahne hochhalten sollten, um zu zeigen: uns gibt es auch noch! Aber so klassenpolitisch denken leider zu wenige unter uns, was typisch ist für Zeiten, in denen es läuft: Nachwuchs im Süden, Nachwuchs im Norden und ein gefüllter Regattakalender mit vielen attraktiven Veranstaltungen. Kieler Woche - ein schwieriges Thema, aber auch ein wichtiges Thema, das wir nicht einfach so uns aus der Hand nehmen lassen sollten.