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Owen Cameron und Susan Ghent aus Australien gewinnen die Hobie 16-Europameisterschaften 2019

Lauritz Bockelmann und Kim Liedtke sind beste Europäer auf Platz 2.

Eng war es zum Schluss der Hobie 16-Europameisterschaften, die am 27.07.2019 vor La Rochelle zu Ende gingen: jeweils nur 1 Punkt trennten die Medaillen-Gewinner nach einem letzten Segeltag, der erst in der letzten von 8 Wettfahrten die Entscheidung brachte: Owen und Susan gewannen den Lauf, die Österreicher Klemens und Gundi Kitzmüller wurden 2. und platzierte sich schlussendlich auf dem Bronze-Platz, schoben dadurch aber meinen Favoriten Lauritz und Kim 1 Punkt zu viel zu, die in dem Lauf Dritte wurden. Auch wenn oder gerade weil nur ein klitzekleines Pünktchen zum Schluss fehlte, können Lauritz und Kim Stolz auf ihre Leistung sein, zu der ich herzlich noch einmal von dieser Stelle gratuliere.

 

Eng im Klassement war es nicht nur wegen der Leistungsdichte der Teams, sondern auch wegen eines munteren Durcheinanders in den Ergebnissen aller Teilnehmer. Das nämlich war einem Revier zuzuschreiben, das an Unberechenbarkeit kaum zu überbieten war: Windlöcher und Böenfelder wechselten sich fleißig ab, und dabei drehte dann auch noch der Wind fleißig mal rechts, mal links, und gleich auch mal um gut und gerne 45 Grad. Die Ergebnisse sind bezeichnend: Owen und Susan, die den letzten Lauf wie schon erwähnt gewannen, waren im Lauf zuvor bei gleichen Bedingungen (wie soeben beschrieben) 13. geworden; Lauritz und Kim, die am letzten Tag den ersten Lauf gewonnen hatten, wurden im 2. Lauf des Tages 23. (ähnlich war es ihnen gleich am ersten Tag ergangen, als sie den 1. Lauf gewannen und im 2. Lauf 20. wurden). Mit den instabilen Windverhältnissen zu kämpfen hatte auch die Wettfahrtleitung: ich war noch auf kaum einer Europameisterschaft mit so vielen Startversuchen, bei denen die Wettfahrtleitung kurz vor dem Start abbrach, und sie tat das meiner Meinung nach in allen Fällen mit Bravour. Die Wettfahrtleitung machte einen ganz tollen Job: sie hatte Geduld, wenn es einfach nicht ging zu starten, und hatte Eile, wenn sich ein mehr oder weniger stabiler Wind abzeichnete. Nicht ganz so toll funktionierte hingegen die Organisation an Land: die Organisatoren hatten bei der Einschreibung darauf geschworen, dass Segelanweisung und all ihre Änderungen im Internet verfügbar sind, weshalb sie die Segelanweisung auch nicht auf Papier gedruckt ausgaben. Das war ganz löblich, aber es musste kommen wie es dann kam: die Änderung der 1. Startzeit am letzten Tag wurde nicht im Internet veröffentlicht, weshalb die Kanadier Liebel den ersten Start verpassten und danach einsahen, dass einzig ein persönlicher Blick am Vorabend an das schwarze Brett die Gewähr bietet, vollständig informiert zu sein. Auch war das Rahmenprogramm an Land dürftig bis gar nicht vorhanden. Immerhin gelang es Andy Dinsdale zwei Mal, dass das Clubhaus länger als bis 21:30 Uhr offen war.

 

Unser persönliches Schicksal auf der Euro nahm einen recht unübersichtlichen Verlauf: Im ersten Lauf wurden wir Dritte. Im zweiten Lauf waren wir Dritter bis zum letzten Vorwindkurs, von dem aus es dann mit kurzem Flieger ins Ziel ging; auf dem letzten Vorwindkurs schlief der Wind dann ein auf gefühlte 1,2 Knoten, und bei diesen Bedingungen „rauschten“ dann noch zwei Teams an uns vorbei, warum auch immer. Am 2. Tag gab es endlich 20 Knoten Wind, weil sich nachmittags die Thermik durchsetzte. Unsere Startposition neben Owen und Susan am Pinend im 3. Lauf zerstörte der Kanadier Liebel, der doch ernsthaft meinte, 15 Sekunden vor dem Start eine nicht vorhandene Lücke zwischen den Australiern und uns auftun zu müssen, indem er uns in den Wind schob. Hier zeigte sich einmal mehr, dass die Position am Pinend schwierig wird, wenn man nicht wegkommt und das Feld darüber den Wind nimmt. Wir konnten uns aber immerhin noch auf Platz 17 vorfahren. Den vierten Lauf verpassten wir dann: in der Pause meinte der Bolzen des Hauptschäkels am Mast, brechen zu müssen; davon, dass das vorkommt, hatte ich noch nie gehört, weiß jetzt aber, dass das vorkommen kann, vor allem, dass das auf einer Euro und nicht auf einer etwas weniger wichtigen Veranstaltung passieren kann. Der dritte Tag war Pause mangels Wind. Und am vierten Tag kam es dann zu 4 Läufen, die ganz charakteristisch waren wie oben bereits geschrieben. Im 5. Lauf war bis kurz vor dem Start die Linie ausgeglichen. Wir waren am Startschiff, um die Option zu haben, gleich über rechts zu gehen. 15 Sekunden vor dem Start kippte dann der Wind so sehr nach links, dass vier Fünftel des Feldes gar nicht mehr über die Linie kam und gleich mit Wind von Backbord startete. Von dem verbleibenden Fünftel wendeten dann auch noch alle bis auf uns, denn wir, die wir uns schon als Letzte fühlen durften, hatten die tolle Idee, dass der Wind, wenn er rechts dreht, auch wieder zurück nach links drehen wird. Von Startschiff aus Schwung genommen gelang es uns, gerade soeben am Pinend vorbei die Linie zu nehmen – gefühlte 5 Minuten nach den Anderen, aber es ging dann halt über links, wo auf uns nicht nur der erhoffte Winddreher, sondern auch noch ein Windfeld aus dem Nichts wartete. So waren wir an der Tonne wieder vorne dran und erfreuten uns der vielen Gesichter, die wir nachfolgend an den Tonnen trafen: es waren fast immer andere Gesichter, denn mal ereilte es den Einen, dann den Anderen, natürlich auch uns auf einem der nachfolgenden (Up- and Downwind-) Kreuzen. Am Schluss kam ein 13. Platz heraus, womit wir nach dem Debakel beim Start sehr froh waren. Wir hatten aber aus diesem Lauf auch mitgenommen: ganz rechts oder ganz links zu fahren, ist lucky punch-Segeln: es kann gut, es kann aber auch miserabel sein. Und da wir bereits einen Streicher hatten und jeder Punkt zählte, fuhren wir fortan auf Nummer sicher: sicher starten, dann rechts oder links nur zu zwei Drittel, um in der Mitte reagieren zu können, falls sich rechts oder links unerwartet ein Windfeld auftut. Ein solches Windfeld hatten wir dann gleich im 6. Rennen: nach dem Start gehen wir schon nach 300 m in die Mitte nach rechts, geraten als Einzige in ein Windfeld, das uns im Doppeltrapez nach rechts rauschen lässt, während das restliche Feld auf dem Trampolin sitzend der Dinge harrte, die da kommen mögen oder auch nicht. Gedanklich hatten wir den Lauf bereits abgehakt, denn unser Vorsprung war riesig – bis wir nach der Wende erst fast gar keinen Wind mehr hatten und kurz vor der Tonne dann noch einen Dreher nach links bekamen, der uns zu zwei Wenden zwang. Auch diesen Lauf fuhren wir dann brav, aber leider nicht vorne mit, und konnten den 11. Platz nicht wirklich toll finden. Das 7. Rennen war ähnlich, nur andersherum: es fing erst übel an, da die erste Vorwind-Kreuz mehr oder weniger durch die Mitte nicht wirklich gut war, hatten dann aber etwas, wenn auch nicht wirklich durchschlagendes Glück: auf der dritten Kreuz gingen wir über rechts, wendeten wieder nach zwei Drittel der Strecke und kamen doch glatt an der Tonne heraus, weil der Wind zwischen krass nach rechts gedreht hatte – jedenfalls dort, wo wir waren, denn diejenigen Teams, die über links gegangen waren, hatten nicht nur keinen Winddreher, sondern auch noch ein Windfeld. Nach dem Motto: man kann nicht alles haben, hangelten wir uns in diesem Lauf auf einen 10. Platz. Und im letzten Lauf lief es dann ähnlich mit einem 8. Platz zum Abschluss. Damit wurden wir im Gesamtklassement immerhin Siebte, weshalb wir zufrieden sind, dass wenigstens unsere Taktik aufgegangen ist, am letzten Tag nicht noch unnötig viele Punkte einzufahren. Leider schaffte es kein weiteres deutsches Team unter die Top Ten, in denen sich allerdings so viele Nationen fanden wie lange nicht mehr: 1 australisches Team, 1 österreichisches Team, 2 deutsche Teams, 2 französische Teams und 3 italienische Teams. Dieses internationale Flair an Land und auf dem Wasser hat wieder einmal großen Spaß gemacht. Wir wie auch alle, mit denen wir gesprochen haben, freuen sich schon jetzt auf die nächste Europameisterschaft, die in der Bucht von Rosas Ende Juni 2020 stattfinden wird. Ich werde euch dazu auf dem Laufenden halten, denn dort weht der Wind sehr stabil: gleichmäßig und aus einer Richtung.

 

Zu guter Letzt möchte ich noch erwähnen: Europameister in der Altersklasse Ü45 wurden Stefan Rumpf und Kathrin Richter. Herzlichen Glückwunsch auch ihnen nochmals von dieser Stelle!

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